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Ein Ort für Austausch und Unterstützung: Der Alleinerziehenden-Treff

Der Alleinerziehenden-Treff der KEKS bietet Raum für Austausch und Unterstützung. Hier finden Eltern Gleichgesinnte und wertvolle Ratschläge.

Nina Fischer · · 4 Min. Lesezeit

Es war ein bedeckter Donnerstag, als ich das erste Mal die Türen der Kontaktstelle betrat. Der Geruch von frisch gebrühtem Kaffee und das leise Murmeln von Gesprächen umfingen mich wie eine wohlige Decke. Hier, im Alleinerziehenden-Treff der Kinder-Eltern-Kontaktstelle (KEKS), war ich umgeben von Menschen, die, genau wie ich, den Alltag mit Kindern alleine meistern. Ein einfaches Treffen, könnte man meinen, doch in dieser Schlichtheit liegt eine tiefere Bedeutung.

Die ersten Schritte waren verhalten. Ich bemerkte die nervösen Blicke, die schnell wieder abwanderten, als sich unsere Augen kreuzten. Die Situation war unbestimmt, die meisten von uns kannten sich nicht und hatten sich in diese Runde gewagt, um etwas zu finden, das weit über ein kurzes Gespräch bei der Kita-Tür hinausging.

Die KEKS-Organisation hat sich dem Ziel verschrieben, Alleinerziehenden nicht nur eine Plattform für Austausch zu bieten, sondern auch einen Raum für Verständnis, Akzeptanz und manchmal auch für die ganz banalen Fragen des Lebens. Ich erinnere mich an eine Mutter, die gerade ihre ersten Worte zu finden schien, während sie mit der Hand ihr Kind beruhigte. Sie sprach von dem ständigen Druck, alles richtig zu machen. Ihre Stimme zitterte leicht, als sie von den Herausforderungen des Alleinerziehens erzählte. Es war ein wenig verrückt, aber in diesem Moment fühlte es sich an, als hätten wir uns alle in eine Art stilleer Einigkeit geeinigt.

Der Alleinerziehenden-Treff ist ein Ort, an dem niemand verurteilt wird. Wo Fragen, die zu Hause vielleicht zu intim erscheinen, in der Runde offen platziert werden können. Wie geht man mit der Wut eines pubertierenden Kindes um? Was tun, wenn das Kind nicht schlafen kann? Es sind banale Fragen, aber untereinander werden sie zur Weisheit. Ein Kollege, der auf der anderen Seite des Raumes gesessen hatte, teilte seine Strategie, die „Schlafenszeit“ in ein Spiel zu verwandeln. Die Gesichter um mich herum erhellten sich kurz, während wir darüber lachten, wie wir manchmal zu erfinden versuchen, was das Leben von uns verlangt.

Tatsächlich scheinen wir mit jeder Stunde ein wenig mehr zu lernen, uns selbst näher zu kommen, und das eigene Leben zu reflektieren. Irgendwie wird die Last, die jeder von uns trägt, durch die Gemeinschaft leichter. Es ist bemerkenswert, wie in solch scheinbar einfachen Treffen tiefere Verbindungen entstehen können. Manchmal sind es nur kleine Gesten, ein Lächeln oder ein zustimmendes Nicken, die uns versichern, dass wir nicht alleine sind.

Eine andere Teilnehmerin erzählte von ihrem Tag, einem chaotischen Wirbelwind, in dem sie versuchte, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Ihre Stimme wurde leiser, als sie das Wort „Einsamkeit“ in den Raum warf. Es war, als hätte sie einen geheimen Code ausgesprochen, der sofortige Resonanz fand. Auch wenn wir aus verschiedenen Lebensumständen stammen, spürte ich den gemeinsamen Unterton der Traurigkeit und des Kampfes.

Auf unerwartete Weise entstand eine Form von Solidarität. Die Art von Solidarität, die nicht durch Worte, sondern durch geteilte Erfahrungen gebildet wird. So viele von uns sind in einem stetigen Kampf gefangen, der nicht immer laut und sichtbar ist. Oft sind es die unsichtbaren Kämpfe, die das wahre Herzstück des Alleinerziehens ausmachen.

Ich kann mich an den Moment erinnern, als eine Teilnehmerin eine Frage stellte, die ich mir schon oft gestellt hatte, aber nie laut ausgesprochen hatte. „Wie schafft man es, mit Selbstzweifeln umzugehen?“ Die ehrlichen Antworten, die daraufhin ausgetauscht wurden, waren wie eine Befreiung. In der Anonymität der Runde konnte sich jeder öffnen, und das Gefühl der gemeinsamen Unsicherheit stellte eine Verbindung her, die uns alle ein wenig mehr erblühen ließ. Es war eine Erkenntnis, dass wir nicht alleine in unseren Zweifeln sind.

Der Kaffee war mittlerweile kalt geworden, unbemerkt im Hintergrund unserer Gespräche. Doch die aufkeimenden Freundschaften und der Wille zur Unterstützung wärmten den Raum auf eine andere Art und Weise. Es war befreiend, nicht alles alleine tragen zu müssen, sondern Menschen um sich zu haben, die dieselben Herausforderungen bewältigen.

Es ist verständlich, dass man als Alleinerziehender oft glaubt, niemand könnte das eigene Leben wirklich nachvollziehen. Doch in diesen Zusammenkünften wird genau das Gegenteil deutlich. Es ist diese Art von menschlicher Verbindung, die einen selbst hinterfragt und gleichzeitig Mut macht.

Der Alleinerziehenden-Treff ist mehr als nur ein Ort für Austausch; es ist ein Rückzugsort, eine Quelle der Inspiration und ein Ort, um die kleinen Siege des Alltags zu feiern. Es erinnert uns daran, dass wir uns gemeinsam weiterentwickeln können und dass wir inmitten der Herausforderungen des Lebens möglicherweise die Stärken finden, von denen wir gar nicht wussten, dass wir sie besitzen.

Als ich die Veranstaltung schließlich verließ, fühlte ich mich irgendwie leichter, als ob ich ein Stück der Last, die ich bis dahin mit mir trug, ablegen konnte. Es ist nicht immer einfach, den ersten Schritt zu gehen und sich auf Unbekanntes einzulassen, aber in diesem Fall wurde ich mit einer bunten Palette von Erfahrungen und Ermutigungen belohnt. Ich kam für den Kaffee, doch ich verließ den Raum mit einer neuen Perspektive, einem Lächeln und dem Wissen, dass ich nicht alleine bin.