…die auf dieser Seite sowie in unserer Arbeit als WissenschaftlerInnen, DozentInnen, freie AutorInnen und  ErwachsenenbildnerInnen versuchen, unsere Position als Menschen ohne (offensichtlichen) Migrationshintergrund auf der Bühne der Unterscheidungen in Frage zu stellen und einen kritischen Blick auf umkämpfte Wahrheiten in aktuellen Migrationsdiskursen zu werfen. Auf elalem möchten wir Inhalte, die wir in unterschiedlichen Kooperationen und Kontexten erarbeitet haben, bündeln, aufeinander beziehen und zur Diskussion stellen.

Wir sehen uns und unsere Arbeiten dabei in fortlaufender Entwicklung und Auseinandersetzung mit (unserer eigenen Positionierung in) migrationsgesellschaftlichen Diskursen, asyl-, bildungs- und integrationspolitischen Entwicklungen sowie damit verbundenen Macht-, Rassismus- und Diskriminierungsverhältnissen. Auch elalem begreifen wir als „Experimentierplattform“, auf der wir, neben unserer, auch weitere Stimmen zu den genannten Themenfeldern  zu Wort kommen lassen möchten. Leitend für unsere Arbeit ist unter anderem die Annahme, dass wir mit vielen Leuten in der Welt mehr gemeinsam haben als mit vielen von denen, mit denen wir zunächst in Verbindung gebracht werden oder uns selbst in Verbindung bringen. „Die Welt“ und „die Leute“ (arabisch: elalem) sollen daher die für uns hier zentralen Kategorien sein.

Zu uns:

Ellen Kollender: Ich bin Politikwissenschaftlerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bereich für interkulturelle und vergleichende Bildungsforschung an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg. Im Rahmen meiner Doktorarbeit beschäftige ich mich – unterstützt von einem Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung – mit Diskriminierungs- und Rassismusverhältnissen im Berliner Schul- und Bildungssystem vor dem Hintergrund allgemeiner Ökonomisierungsprozesse des Sozialen. Zu meinen Forschungsschwerpunkten zählen Bildungs- und Erziehungsprozesse im Kontext von Migration, Bildung und sozialer/globaler Ungleichheit; Rassismus, Diskriminierung und Intersektionalität; Diskurse um Flucht, Migration und Integration;  (neoliberale) Transformationen des Sozialen sowie rassismus- und diskriminierungskritische Schulentwicklung.
Während meines Politikstudiums an der Uni Hamburg habe ich u.a. in der „Peacebuilding Commission” der Vereinten Nationen in New York sowie bei einer Frauenorganisation in Togo mitarbeiten dürfen, als freie Autorin für verschiedene Medien (u.a. taz und Spiegel) geschrieben sowie die Redaktion des studentischen Wissenschaftsjournals „360°“ geleitet. Aktuell bin ich neben meiner wissenschaftlichen Arbeit in der politischen Erwachsenenbildung sowie in verschiedenen Gruppen und Zusammenhängen tätig, die sich für die institutionalisierte Bearbeitung von Diskriminierung und Rassismus in der (Migrations-)Gesellschaft und dessen Abbau einsetzen. Seit 2011 verbringe ich zudem viele Wochen im Jahr in Istanbul. Mit der Stadt verbindet mich u.a. der Kontakt zu Menschen mit unterschiedlicher Fluchtgeschichte. Mit ihrer Unterstützung haben Janne und ich bis vor Kurzem Bildungsurlaube zu politischen und zivilgesellschaftlichen Entwicklungen rund um Migration, Flucht, Diskriminierung und neoliberaler Stadtentwicklung in Istanbul für einen DGB-nahen Träger organisiert und durchgeführt. Zurzeit lebe, forsche und pendle ich in/von Berlin.


Janne Grote Ich bin wissenschaftlicher Mitarbeiter der deutschen nationalen Kontaktstelle des Europäischen Migrationsnetzwerkes (EMN), die beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge angedockt ist. In diesem Zusammenhang erstelle ich Studien in diversen Themenbereichen der Migrations- und Asylpolitik sowie einen jährlichen Politikbericht “Migration, Integration, Asyl”, der die wichtigsten rechtlichen Änderungen und Entwicklungen des Vorjahres in den Themenfeldern zusammenfasst. Die nationalen Studien des EMN werden immer parallel in fast allen weiteren Mitgliedstaaten erstellt und die Ergebnisse in einem vergleichenden Synthesebericht zusammengefasst. Sowohl die nationalen Studien als auch die Syntheseberichte stehen zum Download bereit (www.emn-deutschland.de). Daneben ist 2016 ein von drei Wissenschaftskollegen aus der Sozialen Arbeit und Kriminologie und mir verfasstes Buch zu „Ablehnung, Diskriminierung und Gewalt bei Jugendlichen in der (Post-)Migrationsgesellschaft“ im VS-Verlag erschienen. Deweiteren schreibe ich meine Doktorarbeit an der Bremen International Graduate School of Social Sciences (BIGSSS) zum Thema „Identitätsmanagement von deutschen Jugendlichen mit türkischem, ghanaischem, polnischem und ohne Migrationshintergrund im Übergang nach der Schule. Multiple, hybride und Bindestrich-Identitäten in der Aushandlung“. Die Auseinandersetzung mit der Migrations- und Identitätsthematik ist für mich als Deutsch-Finnen dabei in Teilen auch biografisch beeinflusst. Zudem leite ich seit 2012 als Referent der politischen Erwachsenenbildung Seminare für Arbeit und Leben Hamburg e. V. im In- und Ausland. Inhaltliche Schwerpunkte meiner Arbeit liegen auf Migrations- und Asylpolitik, Diskriminierungs- und Rassismusforschung  sowie selbst- und fremdzugeschriebene Identitätskonstruktionen.


elalemelalem@gmx.de