…die auf dieser Seite wie in unserer Arbeit als WissenschaftlerInnen, freie AutorInnen und TrainerInnen in der politischen Erwachsenenbildung versuchen, unsere Position als Menschen ohne (offensichtlichen) Migrationshintergrund auf der Bühne der Unterscheidungen in Frage zu stellen und einen kritischen Blick auf umkämpfte Wahrheiten in aktuellen Migrationsdiskursen zu werfen. Auf elalem möchten wir Inhalte, die wir in unterschiedlichen Kooperationen und Kontexten erarbeitet haben, bündeln, aufeinander beziehen und zur Diskussion stellen.

Wir sehen uns und unsere Arbeiten dabei in fortlaufender Entwicklung und kritischer Auseinandersetzung mit unserer eigenen Positionierung in den genannten Themenfeldern. Auch elalem begreifen wir als „Experimentierplattform“, auf der wir künftig auch weitere Stimmen bzw. AutorInnen zu Wort kommen lassen möchten. Leitend für unsere Arbeit ist unter anderem die Annahme, dass wir mit vielen Leuten in der Welt mehr gemeinsam haben als mit vielen von denen, mit denen wir zunächst in Verbindung gebracht werden oder uns selbst in Verbindung bringen. „Die Welt“ und „die Leute“ (arabisch: elalem) sollen daher die für uns hier zentralen Kategorien sein.

Zu uns:

Ellen Kollender: Ich bin Politikwissenschaftlerin und Mitarbeiterin am Bereich für interkulturelle Bildungsforschung in Hamburg. Im Rahmen meiner Doktorarbeit beschäftige ich mich – unterstützt von einem Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung – aus diskursanalytischer sowie biographischer Perspektive mit Adressierungen und Selbstpositionierungen von Eltern und Migrantenorganisationen, denen ein muslimischer Hintergrund zugeschrieben wird, im Berliner Schulsystem. Während meines Studiums habe ich Erfahrungen bei den Vereinten Nationen in New York sowie einer Frauenorganisation in Togo gesammelt, für unterschiedliche Medien geschrieben sowie die Redaktion des studentischen Wissenschaftsjournals „360°“ geleitet. Heute arbeite ich neben meiner wissenschaftlichen Tätigkeit als Redakteurin für das Fachmagazin „Migration und Bevölkerung“ des Netzwerks Migration in Europa e.V. und organisiere diskriminierungs- und rassismus-kritische Bildungsseminare für MultiplikatorInnen. Seit einigen Jahren verbringe ich zudem mehrere Wochen im Jahr in Istanbul. Dort leite ich Seminare zu Aspekten rund um aktuelle zivilgesellschaftliche Bewegungen, Gentrifizierungsprozesse und den politischen Umgang mit Minderheiten  und setze mich – u.a. über den Kontakt zu Menschen mit unterschiedlichen Fluchtbiographien – mit der europäischen, türkischen und deutschen Migrations- und Asylpolitik auseinander. Zu meinen Forschungsschwerpunkten zählen Bildungs- und Erziehungsprozesse im Kontext von Migration und sozialer Ungleichheit, Migrations-Diskurse und -politik, Rassismus und institutionelle Diskriminierung sowie poststrukturalistische und postkoloniale Perspektiven auf „Bildung“, „Subjekt“ und „Differenz“.


Janne Grote Ich bin wissenschaftlicher Mitarbeiter der deutschen nationalen Kontaktstelle des Europäischen Migrationsnetzwerkes (EMN), die beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge angedockt ist. In diesem Zusammenhang erstelle ich Studien in diversen Themenbereichen der Migrations- und Asylpolitik sowie einen jährlichen Politikbericht “Migration, Integration, Asyl”, der die wichtigsten rechtlichen Änderungen und Entwicklungen des Vorjahres in den Themenfeldern zusammenfasst. Die nationalen Studien des EMN werden immer parallel in fast allen weiteren Mitgliedstaaten erstellt und die Ergebnisse in einem vergleichenden Synthesebericht zusammengefasst. Sowohl die nationalen Studien als auch die Syntheseberichte stehen zum Download bereit (www.emn-deutschland.de). Daneben ist 2016 ein von drei Wissenschaftskollegen aus der Sozialen Arbeit und Kriminologie und mir verfasstes Buch zu „Ablehnung, Diskriminierung und Gewalt bei Jugendlichen in der (Post-)Migrationsgesellschaft“ im VS-Verlag erschienen. Deweiteren schreibe ich meine Doktorarbeit an der Bremen International Graduate School of Social Sciences (BIGSSS) zum Thema „Identitätsmanagement von deutschen Jugendlichen mit türkischem, ghanaischem, polnischem und ohne Migrationshintergrund im Übergang nach der Schule. Multiple, hybride und Bindestrich-Identitäten in der Aushandlung“. Die Auseinandersetzung mit der Migrations- und Identitätsthematik ist für mich als Deutsch-Finnen dabei in Teilen auch biografisch beeinflusst. Zudem leite ich seit 2012 als Referent der politischen Erwachsenenbildung Seminare für Arbeit und Leben Hamburg e. V. im In- und Ausland. Inhaltliche Schwerpunkte meiner Arbeit liegen auf Migrations- und Asylpolitik, Diskriminierungs- und Rassismusforschung  sowie selbst- und fremdzugeschriebene Identitätskonstruktionen.


elalemelalem@gmx.de