Interview: „Wir brauchen eine stärkere Auseinandersetzung mit institutionellem Rassismus“

ellen kollendermain

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Für die September-Ausgabe von “Migration und Bevölkerung” hat Ellen ein Interview mit dem Anwalt Mehmet Daimagüler geführt, der im NSU-Prozess die Angehörigen zweier Mordopfer vertritt. Ein Jahr nach Prozessbeginn hinterfragt er die Strukturen, die Diskriminierung im Rahmen von Polizeiermittlungen begünstigen, verweist auf den Umgang mit institutionellem Rassismus in Großbritannien und fordert eine unabhängige Anlaufstelle für Diskriminierungsopfer in den Behörden.

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Artikel: Abschiebehaft in der EU – Asylrechtliche Grauzonen für nicht rückführbare Geflüchtete

janne Grotemain

(© Bram Bogaerts, UNHCR/B. Szandelszky/ R. Kostrzynski, France terre d’asile, Ann Gross)

EU-weit befinden sich aktuell zahlreiche Geflüchtete in Abschiebehaft – obwohl vorhersehbar ist, dass sie aus unterschiedlichen Gründen nicht in ihre Herkunftsländer rückgeführt werden können. Auf der Grundlage juristischer Grauzonen wird den Betroffenen von der EU und ihren Mitgliedstaaten zum Teil monatelang die Freiheit entzogen, ohne dass sich ihrer spezifischen Situation rechtlich weiter angenommen wird. Dies kritisiert eine aktuelle Studie des Europäischen Flüchtlingsrats, dessen zentrale Ergebnisse und Forderungen Ellen für “Migration und Bevölkerung” aufbereitet hat.

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Artikel: EU/Türkei – Systematische Menschenrechtsverletzungen an den EU-Außengrenzen

janne Grotemain

Westliche Türkei (© Burak Korkmaz, www.bkorkmaz.com)

Für die Juni-Ausgabe von “Migration und Bevölkerung” hat Ellen sich mit aktuellen Berichten verschiedener Nichtregierungsorganisationen beschäftigt, die erneut zahlreiche Menschenrechtsverletzungen an der EU-Außengrenze zur Türkei dokumentieren, darunter das systematische Zurückdrängen von Geflüchteten an den Grenzen zu Griechenland und Bulgarien. Während beide Staaten ihre Grenzschutzmaßnahmen weiter verstärken, appellieren die Menschenrechts- und Flüchtlingsorganisationen an die Europäische Union, gegen die illegalen Zurückdrängungen vorzugehen sowie das andauernde Sterben von Schutzsuchenden in der Ägäis zu verhindern.

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Vom Mädchenorchester in Auschwitz zur Künstlerin für den Frieden – eine Lesung mit Esther Bejarano

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Esther Bejarano kam 1924 in einer deutsch-jüdischen Familie zur Welt. 1943 wurde sie nach Auschwitz deportiert und war dort Teil des Mädchenorchesters. Auf einem Todesmarsch 1945 konnte sie fliehen und wanderte später nach Palästina aus. Seit ihrem Umzug nach Hamburg kämpft sie entschieden gegen jede Form von Rechtsextremismus und Rassismus. Im Rahmen der von Ellen mitorganisierten Ringvorlesung “Systematisch verharmlost? Rechtsextremismus in Deutschland” war Esther Bejarano zu Gast an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg.

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Interview: “Der Diskurs über ‘Wirschaftsflüchtlinge’ ist irreführend – er ignoriert all diejenigen, die am meisten von Arbeitsausbeutung in Deutschland betroffen sind”

janne Grotemain

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Seit dem Jahr 2000 umfasst das Übereinkommen gegen Menschenhandel der Vereinten Nationen neben der sexuellen Ausbeutung von Menschen auch Zwangsarbeit und Arbeitsausbeutung. Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation sind in der Europäischen Union rund 610.000 Personen von Menschenhandel zur Arbeitsausbeutung betroffen, darunter besonders viele Menschen aus Rumänien und Bulgarien. “Das Argument, es gehe diesen Menschen auf dem deutschen Arbeitsmarkt immer noch besser als in ihren Herkunftsländern, erweist sich häufig als Trugschluss”, sagt Philipp Schwertmann vom „Bündnis gegen Menschenhandel zur Arbeitsausbeutung“. “Oft verdienen diese Personen gar nichts oder viel weniger als zu Hause, was für sie und ihre Familien fatale Konsequenzen hat.” Für “Migration und Bevölkerung” hat Ellen mit ihm über Hintergründe und Präventionsmöglichkeiten von Arbeitsausbeutung in Deutschland gesprochen.

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Dokumentation: 20 Jahre nach dem rassistischen Brandanschlag in Solingen

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Am 29. Mai 1993 haben vier rechtsextreme Solinger Neonazis bei einem Brandanschlag auf das Haus der Familie Genç fünf Menschen ermordet und 14 weitere zum Teil lebensgefährlich verletzt. Hatice Genç, Hülya Genç, Saime Genç, Gürsün İnce und Gülüstan Öztürk starben bei dem rassistischen Anschlag. Ihnen und der gesamten Familie Genç ist eine aktuelle Dokumentation von Mirza Odabaşı gewidmet. In der Dokumentation kommen elf öffentliche Personen zu Wort, die ihre Eindrücke vom Erlebten schildern und auf die heutige Zeit hin, insbesondere die NSU-Morde, reflektieren.

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Interview: „Wir haben ein Problem und das heißt Rassismus“

janne Grotemain

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Die Türkische Gemeinde in Deutschland sowie zahlreiche weitere Migrantenorganisationen fordern die neue Bundesregierung auf, die bisherige Migrationspolitik in mehreren Punkten zu überdenken. Zentrale Anliegen sind die Anerkennung der doppelten Staatsbürgerschaft sowie ein konsequentes Vorgehen gegen Rassismus. Für “Migration und Bevölkerung” sprach Janne mit Ayşe Demir, der stellvertretenden Vorsitzenden der Türkischen Gemeinde Deutschlands, über ihre Forderungen.

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Vortrag: “Worüber ich verblüfft bin, ist, dass Rassismus in der Institution so einfach hingenommen werden konnte”

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Am Oberlandesgericht München beginnt heute der Mordprozess gegen die rechtsextreme und rassistische Terrorzelle des NSU („Nationalsozialistischer Untergrund“). Nach Dr. Mehmet Daimagüler, der als Anwalt zweier Hinterbliebenenfamilien am Prozess teilnimmt, geht es dabei um mehr als die Suche nach individuell Verantwortlichen. Der Prozess biete auch die Gelegenheit, sich einem strukturell verankerten Rassismus in Deutschland zuzuwenden. Gemeint sind etablierte rassistische Handlungsweisen und eine Kultur des Übersehens und Wegsehens, die im Zuge der NSU-Aufklärung insbesondere bei den Sicherheitsbehörden wiederholt zum Vorschein treten – was an den Arbeits- und Organisationskulturen von Politik und Institutionen bisher jedoch nichts verändert hat. Im Rahmen der von Ellen mitorganisierten öffentlichen Veranstaltungsreihe „Systematisch verharmlost? Rechtsextremismus in Deutschland“ an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg, hat Mehmet Daimagüler von seinen bisherigen Erfahrungen im NSU-Mordprozess berichtet. Sein 60minütiger Vortrag sowie die anschließende 30minütige Diskussion wurden aufgezeichnet und mit freundlicher Genehmigung von Mehmet Daimagüler von uns für elalem verschriftlicht sowie mit weiteren Informationen versehen. Beides kann im Folgenden angehört und mitgelesen werden.

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Tagungsdokumentation: AfrikaBilder – über Afrika-Diskurse und AlltagsRassismen in Deutschland

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Am 2. Juni 2012 haben Dr. Margrit E. Kaufmann, Maike Koschorreck und Janne eine ganztägige, öffentliche Veranstaltung zum Thema „AlltagsRassismus und Weißseinsreflexion“ im Rahmen der Bremer Tagungsreihe „Afrikabilder: Zum Afrika-Diskurs in deutschen Medien und zum AlltagsRassismus in Deutschland“ organisiert. Die Tagungs-Planung stand im Zeichen zahlreicher Fragen, die die OrganisatorInnen auch in ihrer täglichen Arbeit und Auseinandersetzung mit dem Thema begleiten: Was haben medial verbreitete AfrikaBilder mit unserem Selbstverständnis als Weiße oder Schwarze zu tun? Was ist unter ‘Rassismus’ zu verstehen und wieso fällt es vielen (Weißen) Menschen schwer, zu erkennen, dass sie rassistische Gedanken hegen und/oder rassistisch handeln? Wenn wir Schwarzsein thematisieren, welche Rolle spielt es dann, Weiß zu sein oder aus einer Weißen Position zu sprechen – wie etwa wir als Organisierende?

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Tagungsdokumentation: Institutioneller und struktureller Rassismus in Deutschland

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Die Türkische Gemeinde Deutschland (TGD), das Jüdische Museum Berlin, der British Council und die Heinrich-Böll-Stiftung haben sich am 22. November 2012 in einer öffentlichen Veranstaltung dem Thema des institutionellen und strukturellen Rassismus angenommen. Die Veranstaltung wurde video-dokumentiert und steht zur freien Verfügung. Vier lehrreiche Stunden auf der Höhe der Zeit, die im Folgenden angesehen werden können.

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Seminarankündigung: Warum eigentlich Integration? Möglichkeiten für ein neues Wir.

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Was ist überhaupt „deutsch”? Ist Podolski kein Deutscher, weil er die Nationalhymne nicht mitsingt? Braucht man für Multikulti einen Migrationshintergrund? Und wenn wir alle in unserer Unterschiedlichkeit gleich sind, wer soll sich dann wo integrieren? Im Rahmen eines einwöchigen politischen Erwachsenenbildungs-Seminars in Hamburg beschäftigen wir uns mit neuen Konzepten von „Deutschsein”. Dafür stellen wir die Integrationsdebatte auf den Kopf und schärfen unseren Blick für die interkulturelle Komplexität der Dinge.

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Artikel: “Flüchtlingsorganisationen kritisieren Neuregelung der Residenzpflicht”

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In den letzten Jahren ist die sogenannte Residenzpflicht für Asylsuchende zunehmend gelockert worden. Dennoch bleibt in beinahe allen Bundesländern vielen der Schutzsuchenden die erweiterte Bewegungsfreiheit aufgrund von Ausnahmeregelungen versperrt. Zu diesem Ergebnis kommen Pro Asyl und der Flüchtlingsrat Brandenburg in einer aktuellen Analyse. In der Februar-Ausgabe des Newsletters „Migration und Bevölkerung” hat Janne die Ergebnisse der Analyse zusammengefasst.

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Ringvorlesung: „Systematisch verharmlost? Rechtsextremismus in Deutschland”

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Gemeinsam mit ihren KollegInnen vom „Arbeitskreis Interkulturelle Bildung” an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg organisiert Ellen zurzeit die Ringvorlesung „Systematisch verharmlost – Rechtsextremismus in Deutschland”. In sechs Veranstaltungen werden hier rechte und rassistische Tendenzen sowie Präventionsmöglichkeiten in Deutschland beleuchtet. Besondere Schwerpunkte liegen auf der verschleppten Aufklärung der NSU-Morde durch die Sicherheitsbehörden, auf der Verbreitung rechter Orientierungen im akademischen Feld sowie auf Interventionsstrategien. Eine Lesung der Künstlerin Esther Bejarano, die nicht nur als Zeitzeugin des Holocaust, sondern auch für ihr entschiedenes Engagement gegen jede Form von Rassismus und Rechtsextremismus im Kontext der gegenwärtigen Migrationsgesellschaft bekannt ist, wird die Vortragsreihe abschließen.

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Seminarankündigung: Wir organisieren eine Bildungsreise nach Istanbul (für die es leider nur noch Plätze auf der Warteliste gibt…)

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Istanbul. Eine Stadt mit 15 Millionen Identitäten, die sich als „aufstrebend” vor allem im ökonomischen Sinne versteht. Globalisierung, Migration und Bevölkerungswachstum schaffen neue Formen von Vielfalt, die wir auf einem Bildungsurlaub für „Arbeit und Leben Hamburg” im September entdecken, deren Schattenseiten wir dann zugleich aufspüren wollen. Wir bewegen uns dafür eine Woche lang zwischen zwei Kontinenten, konfrontieren unser Türkei-Bild mit den Realitäten vor Ort und hinterfragen ebenso unsere Perspektive auf die Migrationsgesellschaft und den Islamdiskurs in Deutschland.

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