In Gedenken an die Ermordung Süleyman Taşköprüs durch den „NSU“ – Forderung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses in Hamburg

janne Grotemain

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Heute jährt sich der Todestag von Süleyman Taşköprü, der am 27. Juni 2001 in der Schützenstraße in Hamburg-Bahrenfeldt vom sog. Nationalsozialistischen Untergrund ermordet wurde. Noch immer sind viele Fragen zum Mord des 31-jährigen Familienvaters unbeantwortet: Wie und von wem wurde Süleyman Taşköprü als Mordopfer ausgewählt? Welche Rolle und Aufgabe hatte die Hamburger Neonazi-Szene im NSU-Komplex und beim Mord an Taşköprü? Warum unterließen Polizei und Staatsanwaltschaft bis 2011 die Verfolgung eines rassistischen Tatmotivs? Die Familie Taşköprü und die Hamburger „Initiative für die Aufklärung des Mordes an Süleyman Tasköprü“ fordern, diese und weitere Fragen im Rahmen eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses in Hamburg und über die Einrichtung einer unabhängigen Untersuchungskommission aufzuklären. Die Forderung, die Ellen als Erstunterzeichnerin mit unterstützt, haben wir hier veröffentlicht.

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Neuerscheinung: Sammelband zu „Rassismus und Rechtsextremismus in Deutschland“

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Gemeinsam mit Mechtild Gomolla und Marlene Menk hat Ellen einen Sammelband zu „Rassismus und Rechtsextremismus“ erarbeitet, der nun im Beltz-Verlag erschienen ist. Der Band beschäftigt sich mit unterschiedlichen Facetten von Rassismus und Rechtsextremismus in ihren historischen Kontinuitäten und gegenwärtigen Ausprägungen im Kontext von Globalisierung, aktueller Fluchtmigration, der Herausbildung neuer rechter Bewegungen sowie der Aufarbeitung der NSU-Morde. Einen Schwerpunkt bildet die Verwurzelung rechtsextremer und rassistischer Orientierungs- und Handlungsmuster, Strukturen und Gewaltformen in staatlichen Institutionen und der sogenannten gesellschaftlichen Mitte.

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Ausschreibung: Konzeption und Durchführung von Schulungen zu Antidiskriminierung und Diversitätssensibilisierung im BAMF

janne Grotemain

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Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sucht einen Träger oder eine Bietergemeinschaft, die eine neue Schulung zu Antidiskriminierung und Diversitätssensibilisierung konzipieren und durchführen. Die Ausschreibung hat Janne gemeinsam mit Kolleg_innen (u. a. Saliha Kubilay, Florian Knape und dem BAMF-Qualifizierungszentrum) sowie inhaltlicher Beratung von Ellen nach mehrjähriger Vorlaufzeit auf den Weg bringen können. Die Träger bzw. Bietergemeinschaft soll (1.) ein Konzept für die neue Schulung erstellen, (2.) diese Schulung über zwei Jahre (mit der Option auf weitere vier Jahre) im BAMF durchführen und (3.) Trainer_innen innerhalb der BAMF-Belegschaft ausbilden. Im Zentrum der Schulung sollen u.a. die Sensibilisierung für individuelle sowie institutionelle Formen von Diskriminierung und Rassismus stehen. Mehrere Tausend Mitarbeitende sollen so über die kommenden Jahre darin gestärkt werden, den migrationsgesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen. Bewerbungsfrist ist der 25. Januar 2018. Die Links zu den Ausschreibungsunterlagen finden sich am Ende des Beitrags.

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Artikel: „Das wird man doch wohl noch sagen dürfen“ – Zusammenhänge von Sprache und Rassismus

janne Grotemain

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Die Diskussion um diskriminierende und rassistische Begriffe und Beschreibungen ist eine heikle Angelegenheit. Gerade von Angehörigen der „Mehrheitsgesellschaft“ wird sie häufig als übertriebene Form der political correctness, als unzulässiger Eingriff in die persönliche Rede- und Meinungsfreiheit, als verleumderischer Rassismusvorwurf, als wichtigtuerisch oder kleinlich empfunden und zurückgewiesen. „Ob nun ‚Farbiger’ oder ‚Schwarzer’, ob ‚Ausländer’ oder ‚Deutsche mit Migrationsgeschichte’ – da gibt es doch wirklich Wichtigeres, als sich mit Begrifflichkeiten oder der (Selbst-)Bezeichnung gesellschaftlicher Gruppen zu beschäftigen“, hören wir in diesem Zusammenhang häufig. In einem aktuell veröffentlichen Beitrag beschäftigen wir uns mit der Frage, warum es dennoch notwendig ist, über individuelle und gesellschaftliche Sprachgewohnheiten im Kontext von Rassismus zu sprechen. Der Beitrag ist Teil des Sammelbandes “Rassismuskritik”, der vom Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit (IDA e.V.) herausgegeben wurde und noch viele weitere spannende und relevante Beiträge enthält (näheres hierzu siehe am Ende dieses Artikels).

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„Die sind nicht unbedingt auf Schule orientiert“ – Artikel zu Ausprägungen von Rassismus an innerstädtischen Schulen Berlins

janne Grotemain

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In den letzten Jahren hat sich nicht nur der Verlauf der rassistischen Grenzen in dieser Gesellschaft verändert, sondern auch die Kämpfe um sie haben neue Formen, Ausdrucksweisen und Bewegungen hervorgebracht. Die gerade erschienene Ausgabe des Journals für kritische Migrations- und Grenzregimeforschung, movements, an der auch Ellen mit einem Beitrag zu Ausprägungen eines ‘racial neoliberalism’ an innerstädtischen Schulen Berlins beteiligt ist, thematisiert aktuelle Ausprägungen von Rassismus in der Bundesrepublik und darüber hinaus…

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Buchveröffentlichung: Ablehnung, Diskriminierung und Gewalt bei Jugendlichen in der (Post)Migrationsgesellschaft

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Um pauschalisierenden Ablehnungen sowie Feindlichkeit und Gewalt u.a. gegen Migrant_innen, Deutsche mit und ohne Migrationsgeschichte, Muslim_innen, Homo- und Transsexuelle, Jüd_innen, Obdachlose sowie Menschen mit Behinderung etwas entgegensetzen zu können, ist es wichtig zu verstehen, wie und unter welchen Bedingungen solche Ablehnungshaltungen entstehen. Darum hat Janne zusammen mit drei Kollegen in den letzten Jahren an einem Buch gearbeitet, das pauschalisierende Ablehnungen bei Jugendlichen mit und ohne Migrationsgeschichte in Deutschland im Detail betrachtet. Das Buch ist gerade erschienen.

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5-teilige Video-Dokumentation der Ringvorlesung „Rechtsextremismus und Rassismus in Deutschland – Figurationen und Interventionen in Gesellschaft und staatlichen Institutionen”

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Im Rahmen einer Ringvorlesung an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg haben sich in den vergangenen Monaten unterschiedliche Expert_innen mit rechtsextremen und rassistischen Tendenzen in Deutschland auseinandergesetzt. In sechs Vorträgen wurde sich u.a. mit neuen und alten Erscheinungsformen von Antisemitismus, Strategien und Einflusssphären der Neuen Rechten, Rechtspopulismus, institutionellem Rassismus, der bisherigen Aufarbeitung der NSU-Morde, dessen Auswirkungen auf die Migrationsgesellschaft sowie Möglichkeiten der Prävention beschäftigt. Die Reihe wurde vom „Arbeitskreis Interkulturelle Bildung” (unter Ellens Mitwirkung) organisiert. Fünf der Vorträge wurden auf Video aufgenommen und können nun mit freundlicher Genehmigung der Referent_innen auf elalem angesehen werden.

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MiGAZIN-Kolumne, Teil III: „Die Flüchtlinge“, „die Rassisten“ und „Wir“ – zu den Ambivalenzen im aktuellen Flüchtlingsdiskurs

janne Grotemain

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Die vehemente Verurteilung der verbalen und gewaltvollen Übergriffe auf Geflüchtete, die zivilgesell-schaftliche Solidarität, mit der Geflüchtete an Bahnhöfen, in Vereinen und Nachbarschaften Willkommen geheißen werden, die kleinen und großen Gesten privater Flüchtlingshilfe – all dies sind wichtige Signale gegen rassistische Hetze und Abschreckungspolitik. Der Flüchtlingsdiskurs bleibt dennoch ambivalent und lässt sich aktuell an mindestens drei Fragen diskutieren: Wann verfehlen Positionie-rungen ‚gegen Rechts’ das Ziel, rassistische Verhältnisse in der Gesellschaft aufzubrechen? Wann läuft das private Engagement im Flüchtlingsbereich Gefahr, politisches Handeln zu ersetzen? Und welche Schwierigkeiten gehen mit der Konjunktur des ‚Helfer-Wirs’ einher? Eine Gratwanderung. Teil III unserer MIGAZIN-Kolumne.

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Kommentar: Wenn die Vereinten Nationen von Rassismus sprechen – und Deutschland nicht

janne Grotemain

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Im Mai wurde die Anti-Rassismus-Politik Deutschlands durch die internationale Gemeinschaft umfassend beleuchtet. Die Bundesregierung hatte dem Anti-Rassismus-Ausschuss der Vereinten Nationen in Genf ihren turnusgemäßen Staatenbericht zur Umsetzung des internationalen Übereinkommens gegen rassistische Diskriminierung vorgelegt. Obwohl der Ausschuss diesbezüglich auf akute gesellschaftliche Problemlagen hingewiesen hat, fristet das Übereinkommen auch fast ein halbes Jahrhundert nach dessen Unterzeichnung in Deutschland ein Schattendasein. Was hat das Schweigen über die Anti-Rassismus-Konvention hierzulande mit dem allgemeinen gesellschaftlichen Schweigen über Rassismus zu tun? Ein Kommentar, den Ellen für die aktuelle Ausgabe von „Migration und Bevölkerung” verfasst hat.

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MiGAZIN-Kolumne, Teil II: Wie Rassismus über das Leistungsprinzip aus der Mitte spricht

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Rassismus ist vielfältig. Über unterschiedliche Kanäle, Logiken und Diskurse bahnt er sich seinen Weg in die Mitte der Gesellschaft. Aktuell findet er besonders über das Leistungsprinzip, das Menschen primär nach ihrem wirtschaftlichen ‚Nutzen’ bewertet, eine sagbare Ausdrucksform – und irritiert darüber mitunter selbst diejenigen, die sich eigentlich gegen rassistische und diskriminierende Zuschreibungen positionieren wollen. Teil II unserer Migazin-Kolumne.

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Teil I unserer Kolumne auf MiGAZIN.de: Diskriminierende und rassistische Sprachgewohnheiten – eine Selbstbeobachtung.

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Die eigene Sprache überdenken, weil sie Rassismen transportiert? Im beruflichen und alltäglichen Umgang mit dieser Frage sind wir häufig auf Abwehr gestoßen. Zum Auftakt unserer neuen MiGAZIN-Kolumne versuchen wir uns an einer Systematik ‘weißer’ Abwehrstrategien und schlussfolgern: Es fehlt an einer Haltung, in der sich die kritische Reflexion von Sprache mit der Frage nach damit im Zusammenhang stehenden Diskriminierungsverhältnissen verbindet.

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Interview: „Die Anklageschrift ist falsch! Sie muss auf einen breiteren NSU-Unterstützerkreis ausgeweitet werden“

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Die Hamburger Rechtsanwältin und Nebenklagevertreterin der Familie Taşköprü im NSU-Prozess, Gül Pinar

Die Strafverteidigerin Gül Pinar begleitet von Beginn an die juristische Aufarbeitung der deutschlandweiten Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds. Im Prozess vertritt sie die Familie des Hamburger Mordopfers Süleyman Taşköprü. Sie ist davon überzeugt, dass es sich beim NSU um ein weitaus größeres Netzwerk handelt als um die derzeit fünf Angeklagten. Im Interview* mit elalem führt Gül Pinar ihre Beobachtungen und Forderungen aus.

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Ringvorlesung in Hamburg: „Rechtsextremismus und Rassismus in Deutschland“ – mit einem Eröffnungsvortrag von Micha Brumlik

janne Grotemain

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Im Februar startet die öffentliche Vorlesungsreihe „Rechtsextremismus und Rassismus in Deutschland” an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg, die Ellen gemeinsam mit dem „Arbeitskreis Interkulturelle Bildung” organisiert hat. In sechs Veranstaltungen werden hier erneut rechte und rassistische Tendenzen sowie Präventionsmöglichkeiten in Deutschland beleuchtet. Die Ringvorlesung eröffnen wird am 3. Februar Prof. Micha Brumlik, der in seinem Vortrag neue und alte Erscheinungsformen von Antisemitismus im Kontext der „Proteste gegen Israels Kriegführung gegen Gaza“ beleuchten wird. Ein weiterer Fokus der Vorträge liegt auf institutionellen Formen des Rassismus, wobei unter anderem ein Zwischenfazit zur Aufarbeitung der NSU-Morde im Münchener Gerichtsprozess sowie in den Untersuchungsausschüssen gezogen wird sowie die Bedeutung von politischer Bildung und Interventionsmöglichkeiten im Kontext von Alltagsrassismus und Rechtspopulismus besprochen werden.

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Ankündigung: Politischer Bildungsurlaub in Istanbul – „zwischen Wachstumsdruck und gesellschaftlicher Vielfalt” (bereits ausgebucht)

janne Grotemain

quelle: borderlineprod.fr

Zum dritten Mal in Folge möchten wir uns auch 2015 wieder im Rahmen eines politischen Bildungsurlaubes mit den Geschehnissen rund um Migration und Stadtentwicklung in Istanbul und der Türkei auseinandersetzen. Über den Austausch mit AnwohnerInnen, WissenschaftlerInnen, KünstlerInnen und AktivistInnen vor Ort blicken wir auf vielfältige Formen des Zusammenlebens, sich historisch wie aktuell in Istanbul und der Türkei ereignende Migrations- und Verdrängungsprozesse und erhalten Aufschluss über die Herausforderungen, die sich der Stadt und ihren Menschen im Zuge von Neo-Liberalisierung und Globalisierung stellen. Zentral sind für uns dabei die Perspektiven von politisch, gesellschaftlich und stadträumlich häufig marginalisierten und diskriminierten Gruppierungen wie Geflüchteten, kurdisch, armenisch wie alevitischen Bevölkerungsgruppen, Homosexuellen und Mitgliedern linker oppositioneller Bewegungen. Aktuelle Islam- und Migrations-Diskurse in Deutschland und Europa haben wir dabei stets kritisch im Blick…

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