Neuerscheinung: Sammelband zu „Rassismus und Rechtsextremismus in Deutschland“

janne GrotemainLeave a Comment

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Gemeinsam mit Mechtild Gomolla und Marlene Menk hat Ellen in den letzten zwei Jahren einen Sammelband zu „Rassismus und Rechtsextremismus“ erarbeitet. Dieser ist nun im Beltz-Verlag erschienen. Der Band beschäftigt sich mit unterschiedlichen Facetten von Rassismus und Rechtsextremismus in ihren historischen Kontinuitäten und gegenwärtigen Ausprägungen im Kontext von Globalisierung, aktueller Fluchtmigration, der Herausbildung neuer rechter Bewegungen sowie der Aufarbeitung der NSU-Morde. Einen Schwerpunkt bildet die Verwurzelung rechtsextremer und rassistischer Orientierungs- und Handlungsmuster, Strukturen und Gewaltformen in staatlichen Institutionen und der sogenannten gesellschaftlichen Mitte. Der Band fragt zudem nach Ansätzen, um (Diskriminierungs-)Muster von Rechtsextremismus und Rassismus zu durchbrechen.

In den letzten Jahren sind vielfältige alte/neue Erscheinungs-, Organisations- und Agitationsformen innerhalb der rechten Szene festzustellen. Zeitgleich haben rechtsextrem begründete Anschläge, Gewaltverbrechen und Terrorakte die deutsche Gesellschaft erschüttert. Es handelt sich hierbei nicht um gänzlich neue Phänomene. Dennoch werfen die Ereignisse die Fragen auf, inwiefern sich rassistische Grenzen und Diskurse in jüngster Zeit verändert haben und welche Verbindungen zwischen der extremen Rechten und der sogenannten gesellschaftlichen Mitte und ihren Institutionen bestehen. Der Sammelband „Rassismus und Rechtsextremismus in Deutschland. Figurationen und Interventionen in Gesellschaft und staatlichen Institutionen“ geht diesen Fragen nach.

Die Beiträge des Bandes geben zudem einen Überblick über aktuelle Forschungsperspektiven auf Rassismus und Rechtsextremismus in Deutschland sowie zentrale Definitionen, Begriffe und Kontroversen. So analysiert beispielsweise Micha Brumlik neuen und alten Antisemitismus in Deutschland; Iman Attia fragt in ihrem Beitrag, was neu und was rechts am antimuslimischen Rassismus extrem rechter Argumentationen” ist; Rania Bednaschewsky und Linda Supik reflektieren zu vielfältigem Deutschsein – Von Deutschen of Color und Deutschen mit Migrationshintergrund in der Statistik”; Astrid Messerschmidt geht auf Alltagsrassismus und Rechtspopulismus” ein und Katharina Höfel und Jens Schmidt vom Mobilen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Hamburg benennen Möglichkeiten zur Prävention und Intervention gegen rechte Orientierungen im Kontext von Bildung und Erziehung”…

Der Sammelband ist am Arbeitsbereich für interkulturelle und vergleichende Bildungsforschung an der Helmut-Schmidt-Universität (HSU) in Hamburg entstanden. Weitere Informationen zu den Inhalten des Bandes findet Ihr hier.

Interview mit Esther Bejarano und Kutlu Yurtseven auf MiGAZIN

Der Sammelband beinhaltet auch ein Interview mit der Musikerin, Aktivistin und Auschwitz-Überlebenden Esther Bejarano. Gemeinsam mit Kutlu Yurtseven (u.a. Gründer der Microphone Mafia) geht sie im Gespräch neben Kontinuitäten zwischen dem von ihr erlebten Nationalsozialismus und heutigen Verhältnissen auch auf die Frage ein, welche Formen des gesellschaftlichen Widerstands es braucht, um gegen Rassismus und Rechtsextremismus sowie für Demokratie und Menschlichkeit einzutreten. Das Interview wurde in einer gekürzten Fassung auf MiGAZIN veröffentlicht und kann über diesen Link gelesen und geteilt werden.

Am Mittwoch, den 28. März, ist in Hamburg eine Buch-Präsentation zusammen mit einer Aufführung der „NSU-Monologe“ (Bühne für Menschenrechte) geplant. Weitere Informationen hierzu folgen in Kürze.

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