„Hamburg, die extreme Rechte und der Rassismus der Mitte“ – ein Aktionstag an der Bundeswehr-Universität

janne GrotemainLeave a Comment

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Wie äußern sich Rassismus und Rechtsextremismus in Hamburg? Wie hängen aktuelle rassistische sowie rechtspopulistische Diskurse mit gesellschaftlichen Einstellungsmustern der „Mitte“ zusammen? Welche Ansätze der Intervention und Prävention gibt es bereits in Hamburg? Und wie können wir uns gemeinsam gegen Rassismus/Rechtsextremismus einsetzen und so eine inklusive Stadt und Hochschule stärken? Diesen und weiteren Fragen möchte sich Ellen gemeinsam mit ihren Kolleginnen sowie Studierenden der Hamburger Bundeswehr-Universität im Rahmen eines Aktionstags am Donnerstag, den 19. Oktober, an ihrer Hochschule widmen. Alle Interessierten aus Hamburg und Umgebung sind herzlich eingeladen, daran teilzunehmen!

Insgesamt 238 Ermittlungsverfahren hat die Hamburger Polizei zur Ermittlung von Straftaten mit rassistischem/extrem rechtem Hintergrund im letzten Jahr eingeleitet – dabei nicht eingerechnet solche Straftaten, die von den Betroffenen nicht zur Anzeige gebracht wurden und/oder als Straftaten mit rassistischem/extrem rechtem Hintergrund nicht erkannt wurden.

Dass Hamburg eine lange Geschichte des Rassismus aufweist, in welcher sich im Laufe der Zeit neonazistische Netzwerke fest verankern konnten, hat unter anderem die rechtliche, politische sowie öffentliche Auseinandersetzung mit dem NSU-Mord an Süleyman Taşköprü in Hamburg-Altona zutage gebracht. Dabei spielen unterschiedliche Dimensionen des Rassismus im NSU-Komplex zusammen, worauf auch die Nebenklagevertreterin Gül Pinar in einem mit elalem geführten Interview hinweist. Auch der im Rahmen eines Hearings zu Rassismus, NSU und Justiz im November 2016 in Hamburg entstandene Kurzfilm „Norddeutschland, der NSU und rechter Terror“ nimmt aktuelle Konjunkturen von Rassismus in Hamburg und Umgebung in den Blick; im Mittelpunkt stehen dabei die Perspektiven der Betroffenen von rassistischer Gewalt:

Mit individuellem und institutionellem, direktem und indirektem Rassismus beschäftigt sich Ellen auch in ihrem Arbeitskontext an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg – sei es im Rahmen ihrer Seminare zu Rassismus und Rechtsextremismus in Deutschland und Europa oder über die Diskussion rassistischer/rechtsextremer Ereignisse im Kontext der Bundeswehr(universität), wie der wiederholten Aufdeckungen rechtsextremer Einstellungen und Handlungen unter Bundeswehrsoldat_innen – wie jüngst im Fall Franko A. –,  die sie mit ihren Kolleg_innen und Studierenden nun schon seit einigen Jahren an der Hochschule führt.

Aufgrund des gemeinsamen Bedürfnisses, sich mit Rassismus an ihrer Universität sowie im Umfeld dieser auseinanderzusetzen und einen Raum zu schaffen, in dem sich über die Seminar- und Universitätsgrenzen hinaus aktuelle Konjunkturen des Rassismus/Rechtsextremismus bewusst gemacht und Konsequenzen diskutiert werden können, ist am Fachbereich für interkulturelle und vergleichende Bildungsforschung (Professur von Mechtild Gomolla) die Idee für die Organisation eines Aktionstags zum Thema entstanden. Dieser soll sich unter anderem folgenden Fragen widmen:

Wie äußern sich Rassismus und Rechtsextremismus in Hamburg? Wie hängen aktuelle rassistische sowie rechtspopulistische Diskurse mit gesellschaftlichen Einstellungsmustern der „Mitte“ zusammen? Welche Ansätze der Intervention und Prävention gibt es bereits in Hamburg? Und wie können wir uns gemeinsam gegen Rassismus/Rechtsextremismus einsetzen und so eine inklusive Stadt und Hochschule stärken?

Die Veranstaltung findet unter dem Titel „Hamburg, die extreme Rechte und der Rassismus der Mitte: Zusammenhänge und Effekte diskutieren – Solidarität und demokratische Räume stärken“ am Donnerstag, den 19. Oktober 2017 von 16:00 bis 20:00 Uhr im Hauptgebäude der Helmut-Schmidt-Universität (H1, Roten Platz) in Hamburg-Wandsbek statt.

Auf dem Fachtag werden Expert_innen aus Wissenschaft, Kultur, Hamburger Behörden und der Zivilgesellschaft gemeinsam mit den Teilnehmer_innen der Veranstaltung diskutieren und die Möglichkeit einer vertiefenden Auseinandersetzung mit den genannten Themen in Form verschiedener Workshops bieten. Teilnehmen werden:

  • Amelie Deuflhard (Kampnagel-Intendantin)
  • Sidonie Fernau (Leiterin der Stabsstelle Diversität und Migration des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Hamburg)
  • Marcel Lewandowsky (Politikwissenschaftler an der HSU)
  • Andrea Faber (Referat Stärkung der Zivilgesellschaft, Hamburger Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration)
  • Pieter Thomas (Prävention gewaltzentrierter Ideologien, Landeskriminalamt Hamburg)
  • Ernst Krefft (Mitglied im Hamburger Bündnis gegen Rechts)
  • sowie Andreas Hieronymus (Program Officer, Open Society Foundations)

Künstlerische Impulse durch die Poetry Slamerin Amira Zarari (i,Slam) sowie eine Posterausstellung zum Thema „Die extreme Rechte in Hamburg und Umgebung – Hintergründe, Erscheinungsformen und Interventionen“, die Ellen gemeinsam mit Studierenden ihres Seminars „Rassismus und Rechtsextremismus in Deutschland und Europa” erarbeitet hat, werden den Tag rahmen. 

Weitere Informationen zum Programm des Aktionstags findet ihr im Veranstaltungsflyer sowie auf unserer Facebookseite.

Die Initiative freut sich über zahlreiche Anmeldungen unter: rassismus-kritik@hsu-hh.de

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