„NSU-Monologe“ und Buchpräsentation an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg

janne Grotemain

NSU-Monologe
Gemeinsam mit der Bühne Für Menschenrechte veranstalten Ellen und ihre Kolleg_innen eine Aufführung der “NSU-Monologe”, die am 28. März an der Hamburger Helmut-Schmidt-Universität stattfindet. Die Aufführung wird gerahmt von einer Vorstellung des gerade erschienenen Sammelbandes zu „Rassismus und Rechtsextremismus in Deutschland“ (siehe unten) sowie einem Publikumsgespräch u.a. mit der Hamburger Rechtsanwältin Gül Pinar, die als Nebenklagevertreterin die Familie des Hamburger Mordopfers Süleyman Taşköprü vertritt und Dr. Oliver von Wrochem, Historiker und Leiter des Studienzentrums der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Bei den NSU-Monologen handelt es sich um ein dokumentarisches Theaterstück, das auf Interviews mit Angehörigen der Ermordeten des sog. Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) basiert. Fünf Jahre nach Bekanntwerden des “NSU” schildert das Stück wortgetreu die Erfahrungen der Hinterbliebenen im Rahmen der NSU-Ermittlungen, ihre Perspektiven auf den NSU-Komplex sowie ihre Versuche, die eigenen Erinnerungen an den geliebten Menschen gegen die vermeintliche Wahrheit der Behörden zu verteidigen. Das Stück wird von Schauspieler_innen der „Bühne für Menschenrechte“ aufgeführt und musikalisch begleitet.

Die Veranstaltung wird organisiert vom Arbeitsbereich “Migration und Bildung” an der Helmut-Schmidt-Universität (HSU). Sie findet in Kooperation mit dem Fakultätsrat Geistes- und Sozialwissenschaften, dem Verein der Freunde und Förderer der HSU, dem Studierendenbereich der HSU sowie dem Hamburger Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus statt.

Der Eintritt ist frei. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Für weitere Informationen s. Programm-Flyer:

NSU-Monologe HSU1 NSU-Monologe HSU2

Kontakt: migration-und-bildung@hsu-hh.de

Zum Sammelband „Rassismus und Rechtsextremismus in Deutschland. Figurationen und Interventionen in Gesellschaft und staatlichen Institutionen“: Der Band beschäftigt sich mit unterschiedlichen Facetten von Rassismus und Rechtsextremismus in ihren historischen Kontinuitäten und gegenwärtigen Ausprägungen im Kontext von Globalisierung, aktueller Fluchtmigration, der Herausbildung neuer rechter Bewegungen sowie der Aufarbeitung der NSU-Morde. Einen Schwerpunkt bildet die Verwurzelung rechtsextremer und rassistischer Orientierungs- und Handlungsmuster, Strukturen und Gewaltformen in staatlichen Institutionen und der sogenannten gesellschaftlichen Mitte. Der Band fragt zudem nach Ansätzen, um (Diskriminierungs-)Muster von Rechtsextremismus und Rassismus zu durchbrechen (s. elalem-Beitrag 02/2018).